Zielgruppe und Zuweisungsverfahren

Zielgruppe
Die Time-out Klasse ist ein sonderpädagogisches Angebot für Schülerinnen und Schüler mit massiven Schwierigkeiten im Bereich der Selbst- und Sozialkompetenz, die vorübergehend eine separative Beschulung benötigen. Aufgenommen werden in erster Linie Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I. Bei Schülerinnen oder Schülern der Primarschulstufe wird die Situation individuell beurteilt.
Ziele
Die Reintegration in die Regelschule, entweder in die Herkunftsklasse oder in eine vergleichbare Klasse, ist das oberste Ziel. Damit dies erreicht werden kann, braucht es sowohl aufseiten der Jugendlichen als auch aufseiten der Schule und der Familie einen Veränderungsprozess. Begleitung und Unterstützung kann auch in Form von präventiven Massnahmen stattfinden, damit die Jugendlichen in der Regelklasse bleiben können.
Zuweisungsverfahren
Bevor ein Schüler oder eine Schülerin der Time-out Klasse zugewiesen werden kann, muss die Lehrperson in einem ersten Schritt die schulintern tätige Fachperson für Schulische Heilpädagogik oder Schulsozialarbeit beiziehen. Bringen die dadurch eingeleiteten Massnahmen keinen Erfolg, wendet sich die Schule (Lehrperson oder Schulsozialarbeit) an eine Fachperson der Time-out Klasse. Diese leistet Beratung und Unterstützung vor Ort.
Zeigen auch diese Massnahmen keine positive Wirkung und wird ein Time-out als sinnvoll erachtet, lädt die Time-out Klasse zum Runden Tisch ein. Der Antrag für eine Zuweisung zur Time-out Klasse basiert auf den Ergebnissen des Runden Tisches. Die Schulbehörde leitet diesen zur formalen und fachlichen Prüfung an den Kanton (Abteilung Sonderpädagogik) weiter und verfügt nach der Zustimmung durch den Kanton die zeitlich befristete Zuweisung. Bei Bedarf macht die Schulbehörde zusätzlich eine Meldung an die KESB.
Bei einem drastischen Vorfall wendet sich die Schulleitung oder die Schulbehörde direkt an die Fachperson der Time-out Klasse. Diese prüft die Anspruchsberechtigung und kann bei Bedarf eine Notplatzierung einleiten. Im unmittelbaren Anschluss daran hat sie der Schulbehörde entsprechend dem ordentlichen Verfahren Antrag zu stellen.

Kriterien, die für eine Zuweisung sprechen können
Wiederholte massive Verstösse gegen grundlegende Regeln des Schulbetriebs wie

  • Verletzung der Integrität der Mitschülerinnen und Mitschüler, von Lehrpersonen oder von Personen des weiteren schulischen Umfelds
  • permanente Verweigerung von Aufträgen oder Anweisungen
  • häufiges Fernbleiben vom Unterricht und Schulverweigerung
  • starke Beeinträchtigung des Unterrichts und der Schulführung durch Störungen des Schülers/der Schülerin
  • oder ein drastischer Vorfall, der eine sofortige Intervention erfordert.
Kriterien, die gegen eine Zuweisung sprechen können
  • Straffälligkeit bzw. massive Delikte
  • Drogenkonsum bzw. massives Suchtverhalten
  • gravierende psychische Probleme
  • fehlende Tragfähigkeit des Umfelds (z. B. familiäre Situation), was einen positiven Entwicklungsprozess im Rahmen der Time-out Klasse verunmöglicht und den Aufenthalt zu einer „Warteschlaufe“ werden lässt
  • Möglichkeit der Reintegration wird vom Umfeld (Schule, Familie) grundsätzlich ausgeschlossen
  • adäquatere Massnahme